Go to content Go to navigation Go to search

kühl, schrank

jedesmal wenn ich in einen elektro- und elektronikmarkt gehe, verharre ich für eine weile andächtig vor den kühlschränken. früher war ein kühlschrank hüfthoch und hatte ein eiswürfelfach. ein gefrierfach war schon etwas besonderes. man munkelte von nachbarn, die im keller eine gefriertruhe hatten, groß genug, um leichen darin zu verstecken. üblicherweise waren das dann maximal schweinehälften. den rest kannte man aus dem fernsehen.

luxus war dann der zweistöckige kühlschrank mit kühlfach unten und gefrierfach oben. da passten schon ein paar pizzen hinein, oder tiefkühlgemüse, oder auch eine ganze gefrorene torte. oder ein sorgfältig ausgemessener truthahn. in den amerikanischen fernsehserien sah man freilich ganz andere kühlschränke, giganten, dem dreiliterkanister milch angemessen, der schließlich hineinpassen musste.

amerika ist nun auch bei uns. ich stehe fassungslos vor einem aluminiumglänzenden boliden mit zwei türen und extra von außen zugänglicher saft- und eiswürfelbar, öffne ihn staunend, sehe links die gefrierabteilung mit vielen diensteifrigen schubladen und rechts den kühlbereich, groß genug, um einem annähernd aufrecht stehenden menschen zuflucht zu bieten. mit tausend euro bin ich dabei und denke an den heißen juli.

normalgroße kühlschränke sind deutlich in der unterzahl. ich frage mich, wer diese riesen braucht – haben wir nur noch großfamilien oder gastronomiebetriebe? aber wenn man überlegt, dass man sich damit die gefriertruhe im keller spart, ist das teil schon gar nicht mehr so groß.

ich schließe die schweren türen wieder und halte nach klitzekleinen kühlschränken ausschau. ich will ja nur ein päckchen butter, etwas kaffeesahne und die eine oder andere wurst kühlen, und vielleicht noch ein getränk. da möchte ich lieber was handliches, mobiles, was man auch mal im auto mitnehmen kann. aber mehr als eine coladose sollte dann doch hineinpassen.

[2006-08-17 08:42 | Olivia Adler | ]
[Kat. | Tags: ]

  1. Nicht zu vergessen: Kühlschränke mit Internetanschluß oder eingebautem TV.

    Die mit Internet waren mal geplant, soweit ich mich erinnere von Elektrolux. Der sollte dann automatisch zur Neige gehende Lebensmittel per Internet nachbestellen. Dank RFID könnte diese Idee wohl neu aufleben: Ein Kühlschrank der per embedded Webbrowser Statistiken über Verfall und Menge vom Inhalt ausgibt. Nette Idee.

    Die mit eingebautem Fernseher habe ich mal in nem Elektromarkt gesehen. Den Sinn habe ich nie verstanden, vielleicht Kochsendungen schauen?

    Bis zur revolutionären Neuerfindung des “intelligenten Kühlschranks” verlasse ich mich aber doch lieber auf mich. Das klappt dann wenigstens so halbwegs ;)

    Gunnar Weikamp    2006-08-17 09:05    #

  2. stimmt, die neverending story vom internetkühlschrank. aber mal ganz ehrlich: elektrogeräte mit eigeninitiative sind mir suspekt. mir würde ja schon vollauf reichen, wenn mein kühlschrank mich schlafen lassen würde: http://caipi.limone.de/index.php/2006/08/11/ wie-bringe-ich-meinen-kuehlschrank-zum-schweigen/. ;-)

    (da urls hier nicht gehen, bitte manuell zusammenkleben und in die browserzeile basteln) limone    2006-08-17 12:22    #

  3. p.s.: natürlich für kochsendungen! :-) das muss auch aus den usa zu uns rüberschwappen, da wird doch ständig in der küche ferngesehen. wozu braucht man ein kochbuch, wenn rund um die uhr kochsendungen laufen?

    limone    2006-08-17 12:23    #

  4. Kochsendung 2.0 ist, wenn Dein Kühlschrank internetbasiert automatisch bestellen kann – und Deine Co-Blogger für Dich einkaufen.

    PB    2006-08-17 19:16    #

Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen