reichen Menschen nicht begegnen
127.940 Menschen bewarben sich 1995 in Deutschland um Asyl. 98.640 waren es 1998. 50.560 waren es 2003, 35.610 waren es 2004, und nur noch 28.910 Asylanträge waren es 2005, das war der tiefste Stand seit 1983. Vor 30 Jahren wurde die Hälfte aller Anträge anerkannt, heute kommt jeder Hundertste durch. Und nur noch jeder tausendste Afrikaner.
Klaus Brinkbäumer/SPON: Geschlossene Gesellschaft Europa
[2006-10-01 13:38 | Dirk Schröder | Bannen]
[Kat. agora | Tags: Migration Asly]

Geheimnisse
Michael Lohmann nimmt in Telepolis die Formel Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten auseinander. Das wurde auch mal Zeit. Umgekehrt stimmt der Satz natürlich schon: Wer etwas zu befürchten hat, hat auch etwas zu verbergen - nämlich sich selbst.
[2006-09-29 13:41 | Dirk Schröder | Kassibern]
[Kat. agora | Tags: surveillance]

Hallo Königin

erlkoenigs tochter spekuliert über Hintergründe des Putsches in Thailand, vor allem mit Hilfe des Internet. - So oft wird das Web 2.0 als kritische Gegenöffentlichkeit gefeiert, so selten gibt es anderes als Mainstream. Hier kann man die Gegenöffentlichkeit bei der Arbeit sehen. Allerdings nicht sehr öffentlich, wie ein Blick auf das, was derzeit deutsch zu Thailand gebloggt wird, bei Technorati zeigt. e.t. äußert nur Vermutungen (nie ohne Quelle), denen muss man nicht folgen, darum geht es mir nicht. Diese Herangehensweise ist es, die ich oft vermisse, das Sichwundern und dann fragen.
[2006-09-25 22:42 | Dirk Schröder | Lächeln]
[Kat. agora tcpip | Tags: Thailand Putsch]

been a prostitute?
Hier endlich der richtige US-Visumantrag, das Online-Formular. Echt, keine Demo. Bruce Schneier, der den Link heute postete, wundert sich zu Recht über Fragen wie diese: Did you seek to enter the United States to engage in export control violations, subversive or terrorist activities, or any other unlawful purpose? ... or have you ever participated in genocide? Ein Ja führt allerdings nicht unbedingt zur Ablehnung, es wird nur ein persönliches Gespräch notwendig.
[2006-09-25 18:49 | Dirk Schröder | Verraten]
[Kat. agora alltag | Tags: Visa USA Terrorismus]

Unterirdische Fabriken

Kommt die Zigarettenmafia? Mit Sicherheit. Schon heute liegen die Preise auf rentablem Niveau. Sie werden weiter steigen. Immer mehr Menschen verlieren jede Aussicht auf eine berufliche Festanstellung, werden als Langzeitarbeitslose ausgegrenzt und zunehmend schlecht behandelt. Besser kriminell als erniedrigt, das liegt durchaus nahe. Zigaretten jedenfalls, Währung der Schwarzmarktzeit, sind ein guter Indikator für den Zustand der Gesellschaft. Zu oft ist vom Unterschichtphänomen Rauchen die Rede, um nicht zu vermuten, dass steigende Preise einen Prohibitionseffekt (Mafia!) haben könnten. Staat und Medien sorgen sich wenig - das wäre derzeit kontraproduktiv, wo doch Begeisterung für mehr soziale Ungleichheit geweckt werden soll. Aber die Tabakindustrie. Deren Gewinne sind zuerst bedroht. Heute im Supermarkt: ein warnender Flyer der Philip Morris GmbH.
Verbraucheraufklärung nennt sich das. Die krankt daran, dass die Schlagzeile (Billig weil geschmuggelt? NEIN! Billig weil gefälscht!) der Erfahrung der Konsumenten widerspricht. Und den Tatsachen. Natürlich sind illegale Zigaretten billiger, sehr viel billiger, weil sie steuerfrei verkauft werden. Ersparnisse in der Produktion schlagen sich nicht im Preis nieder, sondern begründen die Gewinne der Ganoven. Aber im Text geht es dann richtig zur Sache:

Falsche Zigaretten werden im Ausland hergestellt. Und zwar in unterirdischen Fabriken. Wo Hygiene keine Rolle spielt. Arsen ist drin. Und viel mehr Nikotin. Die Fälscher haben häufig Verbindung zum organisierten Verbrechen - mit zwei Folgen: die Profite können zur Finanzierung anderer krimineller Machenschaften beitragen und in der Tabakindustrie sind viele Arbeitsplätze bedroht. Letzteres allerdings auch durch Nichtrauchen. Das weiß Philip Morris und vergisst nicht den Hinweis: Es gibt keine ungefährliche Cigarette. Wenn Sie sich wegen der gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens Sorgen machen, sollten Sie mit dem Rauchen aufhören. Wer sich aber wegen der finanziellen Auswirkungen des Rauchens Sorgen macht - der kann sich vielleicht schon morgen bei der Mafia bewerben.
Nb.: Die Guten erkennt man am C in der Cigarette.
[2006-09-23 14:36 | Dirk Schröder | Flüstern [2]]
[Kat. alltag agora | Tags: Tabak Produktfälschung Crime]

Protestiere gegen dich selbst
Heute wäre der Aktionstag In die Stadt - ohne mein Auto! gewesen - aber keiner hat's gemerkt. Laut einigen wenigen Zeitungsmeldungen soll der Verkehrsclub Deutschland hierzulande dazu aufgerufen haben (der Aktionstag selbst ist international), aber selbst auf dessen Website findet sich nichts. Spiegel Online berichtete vorab - und notierte dazu, wie sehr doch Autofahren in den letzten Jahren teurer geworden ist (der öffentliche Nahverkehr und Zugtickets wurden noch teurer).

Das Auto gehört zwar gewiss zu den Untaten, die uns spätere Generationen am heftigsten vorwerfen werden, aber eben später - eine Demonstration von Autofahrern gegen das Autofahren: ein herziger Wunsch. Eher vereinigen sie sich zu Autokorsos, um für europaweite Rauchverbote zu hupen. Oder sollte man dazu die Raucher aufrufen? Egal - besser zur Süddeutschen klicken und lesen wie sich Arnold Schwarzenegger das Unbehagen am Automobil zunutze macht... Oder mit Stefan Raab träumen: so mit einem Auto durch die Gegend fahren und andere rammen, davon hat man doch schon immer geträumt.
[2006-09-22 17:43 | Dirk Schröder | Mithupen]
[Kat. agora | Tags: Klima Auto Aktion]

Menschen, die schnell verschwinden
Die meisten Menschen seien dann so beschämt, wenn sie kurzfristig wie an einem Pranger vorgeführt werden, dass sie schnell und ohne weitere Probleme verschwinden. - Florian Rötzer in Telepolis über Überwachungskameras im öffentlichen Raum mit Lautsprechern. Auch daran wird man sich gewöhnen. Die nächste Version dürfte die soziale Disziplinierung sein: "Herr Meier! Stoppen Sie den Radfahrer, der Ihnen entgegen kommt." Und dann bald: "Bewohner des Hauses Nr. 55! Sorgen Sie in der Wohnung Schulze für Ruhe!" Bis jetzt sind das nur vorsichtige Tests.
[2006-09-19 00:03 | Dirk Schröder | Zur Ordnung rufen]
[Kat. agora | Tags: Überwachung Bürgerbeteiligung]

Wörter steigen im Preis
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Wegen dem, was in diesem Posting nicht mehr steht, soll eine bekannte Billig-Rufer-Gruppe, diesen seit Jahren online beliebten Rechtsanwalt, eine Kultfigur (s.a. The Raubkopie, äh Standpunkte), auf diesen armen Blogger losgelassen haben, der darum vielleicht Geld braucht. Der Blogger sagt dazu: Unter der Überschrift 'Lest diesen Text' berichtete Don Alphonso im Rebellmarkt. Haben wir schon, s.o. Heulen wir nicht, sagen wir: Viel Feind, viel Ehr! (Frundsberg)
gef. b. Heul nicht! Sag was!
[2006-09-17 00:23 | Dirk Schröder | Spenden]
[Kat. alltag agora | Tags: Rechtsstreit Blogrisiken PR]

und schuld bist du
Ein Gericht in Ostchina hat mehr als 1000 Strafen mit Hilfe eines Computerprogramms verhängt, das dem Richter jeweils das Strafmaß vorgibt. - so c't/dpa. Automatisierte Einzelentscheidungen (sei's Sozialhilfe, Studienzulassung, Bewerberauswahl oder Justiz), derzeit noch verpönt, sind ein heißer Tipp für Propheten. Hier liegt viel Geld auf den Straßen nach Morgen.
[2006-09-16 23:13 | Dirk Schröder | Text generieren]
[Kat. agora | Tags: Prothesen Justiz China]

Spam, viele Millionen wert
11.715.000 US $ Schadenersatz wegen Spambehinderung. Ein provoziertes Versäumnisurteil, trotzdem heftig. Spamhaus soll sich zudem beim siegreichen Spammer entschuldigen, der sei gar keiner, bloß Werbeversender. intern.de berichtet und wundert sich über die (fast) Ignoranz des Gerichts. - Ich mich nicht. In Deutschland z.B. darf man nicht so ohne weiteres Privathaushalte mit Werbetelefonaten traktieren - die Durchsetzung des Gesetzes aber sollte keine Arbeitsplätze gefährden.
[2006-09-16 13:18 | Dirk Schröder | Spammen]
[Kat. agora tcpip | Tags: Spam Justiz USA]



